Magic Mushrooms

Allgemeines
Geschichte
Dosierungshinweise
Wirkung
Erfahrungsbericht
Literaturhinweise

Allgemeines

Magic Mushrooms bzw. Psilos wirken aufgrund des Inhaltsstoffes Psilocybin ähnlich halluzinogen wie LSD, allerdings ist die Wirkung der chemischen Droge um einiges stärker.
Die in Deutschland und Mitteleuropa am weitesten verbreitete psychoaktive Pilzart ist der "spitzkegelige Kahlkopf", der zwischen August und November auf feuchten Wiesen und Waldschneisen wächst. Ohne fundiertes Wissen solltet ihr euch allerdings nicht auf die Suche danach begeben, da er leicht mit z.T. giftigen Pilzen verwechselt werden kann.
Magic Mushrooms sind in Deutschland in ihrer getrockneten Form verboten, ebenso wie die Züchtung mit Pilzsamen. In Holland sind sie dagegen legal und getrocknet in 2-3g Tüten erhältlich.

Geschichte

Halluzinogene Pilze sind eine der ältesten Drogen der Menschheit und werden bis heute bei schamanischen Ritualen südamerikanischer und südostasischer Stämme eingesetzt. In Deutschland wurden ihnen im Mittelalter mystische bzw. dämonische Kräfte zugewiesen.
Die jüngere Geschichte der Psilocybinpilze verlief ähnlich der des LSD. Ein Amateurforscher brachte sie 1955 aus Mexico mit, wo er an einem Pilzritual teilgenommen hatte. 1958 isolierte Albert Hofmann die Wirkstoffe, die er, nach der Pilzart, Psilocybin und Psilocin nannte. Wenig später konnte er die Wirkstoffe synthetisieren und deren Wirkung bestätigen lassen.
Mit der Hippiebewegung kamen auch die Pilze in Mode, um dann wieder für ein paar Jahre in der Versenkung zu verschwinden. Nach Umfragen in den Niederlanden haben bis zu 30% der Partyszene schon Erfahrungen mit halluzinogenen Pilzen.

Dosierungshinweise

Die erwünschte Wirkung wird bei einer Dosierung zwischen 5 und 15mg erzielt. In diesem Spielraum treten Halluzinationen und veränderte Umweltwahrnehmung auf. Ab 20mg treten auch Bewußtseinsveränderungen wie z.Bsp. ein verändertes Raum-Zeit-Gefühl auf. Nach eigener Erfahrung entspricht das ungefähr einer halben bis dreiviertel Tüte getrockneter mexikanischer Pilze. Als ungefähre Orientierungshilfe kann man 10mg pro 1g getrocknete bzw 10g frische Pilze annehmen. Weniger als 5mg hat kaum einen Effekt, mehr als 20mg bereiten Gleichgewichtsstörungen und machen damit die Fortbewegung schwierig. Die lethale Dosis liegt bei 1,5kg getrockneten Pilzen, euer vorzeitiges Ableben ist also recht unwahrscheinlich :)

Wirkungsweise

Psilocybin verursacht je nach Dosierung folgende Auswirkungen:
  • Antriebssteigerung
  • Haluzinationen
  • Veränderte Form/Farbwahrnehmung
  • Bewußstseinsveränderung
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Orientierungsstörungen
Ca. 20-30 Minuten nach der Einnahme setzt ein dem Alkoholrausch ähnlicher Zustand ein, bevor nach ca. 1 Stunde die Halluzinationen einsetzten. Diese errecihen nach ca. einer weiteren Stunde ihren Höhepunkt. Nach etwa 5 Stunden klingt die Wirkung leicht und sanft aus, bis wieder der Normalzustand erreicht wird. Nachwirkungen treten nur selten auf.
Eventuell auftretende Nebenwirkungen sind u.a. :
  • Atembeschwerden
  • Herzrasen
  • Veränderter Blutdruck
  • Angehobene Körpertemperatur
Ähnlich wie bei LSD können auch bei Pilzen psychische Probleme auftreten. In Extremfällen kommt es dabei zu Panikattacken, Angst und Wahnvorstellungen. Weiter besteht die Möglichkeit der Auslösung latent vorhandener Psychosen und das Wiedererleben traumatischer Erlbenisse. Set und Setting spielen auch bei Pilzen eine Rolle, es ist also äußerst wichtig, daß ihr euch vor der Einnahme in einer positiven Stimmungslage befindet.
Die Gefahr einer körperlichen Abhängigkeit besteht bei Psilos nicht, eine mögliche psychiche Abhängigkeit kann aber nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

Erfahrungsbericht

Meine erste Pilztour ist jetzt knapp ein Jahr her. Wir hatten die Pilze in der Wohnung eines Bekannten genommen und sind dann zum Güterbahnhof gelaufen. Da haben wir dann in verschiedenen Güterwaggons rumgesessen und erzählt. So ca. eine dreiviertel Stunde später haben wir uns dann an eine Lagerhalle gesetzt und nach ein paar Minuten festgestellt "Hier geht's plötzlich krass ab." Kaum ausgesprochen wurde es dann ziemlich wild, farbige Muster (rot gruen) legten sich auf die ganze Gegend und die ersten Sinnestäuschungen haben angefangen.
Da war ein Drache der sich als Hauswand 'rausgestellt hat, ein atztekischer Gott aus Pflastersteinen und diverse seltsame Gestalten (die wirklich da waren). Bestes Beispiel sind drei Typen, die da irgendwo hingepisst haben. Der eine hat die ganze Zeit folgenden Satz wiederholt:
"ICH PISSE (geschrien) auf's Andreaskreuz." (5X)
Dann hat sich der Wortlaut irgndwie geändert (Einbildung oder nicht?)
"ICH PISSE auf Andreas Kreuz"
Und so weiter und so fort, bestimmt 10-15 mal, schlauch, kurze Paranoiaattacke. Dann haben die Typen einen Joint gebaut und sich irgendwo hingesetzt, was dann für uns der Anlass war zu gehen. Weit sind wir aber nicht gekommen, da sich meine Zigarette gegen mich gewendet hat um mich zu verbrennen. Meine Finger kamen ihr dabei zu Hilfe (es waren irgendwie mehr als sonst) und am Schluß hat sich sogar mein rechtes Bein von mir abgewandt und ist zu einem Kontinent (Afrika) geworden. Das sorgte dann für allgemeines Gelächter und irgendwie sind wir dann in Richtung xxxpark gelaufen (in der Nähe meiner Wohnung). Unterwegs waren wir je nach Lichtverhältnissen auf verschiedenen Planeten und irgendwann so erschöpft, daß wir in einen anderen, nähergelegenen, Park gegangen sind.
Dieser Park ist eigentlich wirklich winzig, aber für uns hat er sich in ein riesiges Labyrinth mit tausend Kreuzungen verwandelt. Irgendwann haben wir uns dann hingesetzt und wurden von einem Baum bedroht. Ein anderer Baum hat irgendeine Frau in die Büsche gezerrt, das konnten wir aber nicht so genau sehen. Die ganze Zeit hatte ich alle Gedanken die ich seit dem Beginn des Trips gedacht hatte gleichzeitig im Kopf. Das war dann ziemlich verwirrend weil ich mich nie entscheiden konnte über was ich jetzt nachdenken sollte. Irgendwie war auch alles unangenehm feucht, der Boden, unsere Klamotten, unsere Haut, alles irgendwie. Nach so ca. 1 Stunde haben wir es dann geschafft doch noch an den xxxpark zu laufen, aber vor dem Tor über das wir klettern wollten saßen zwei Inder in weissen Klamotten und mit Turban.
Deshalb haben wir uns dann vor den Dom gesetzt und über einen Busch nachgedacht, der gebrannt hatte. Er wollte uns aber nichts sagen und wir spekulierten deshalb ob nicht alle Pflanzen was zu sagen hätten, wenn sie denn nur wollten. Nach einigem hin und her sind wir dann doch noch über das Parktor geklettert und haben uns da in die Obhut einer Weide begeben, die uns fast schon mütterlich beschützt hat. Da war es dann auch schon 2 Uhr und meine Bekannte musste gehen, da sie am Freitag arbeiten musste. Ich war dann noch eine Stunde im Park und hab' zugesehen wie die Welt sich wieder normalisiert hat. 2 Stunden später war dann von dem ganzen Trip nichts mehr übrig und ich konnte mich auf das Geschehen im Fernsehen konzentrieren. Kurz drauf bin ich dann auch schlafen gegangen.

Literaturhinweise

Folgende Titel sind meiner Meinung nach empfehlenswert:
Wirth, N.
Ecstasy, Mushrooms, Speed & Co.
Econ Verlag
ISBN 3-612-26410-9
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