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Electric Indigo

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Geschrieben von Administrator   
Samstag, 2. Oktober 2004
Bei einem ihrer ersten Auftritte an den Turntables wird Susanne Kirchmayr 1990 gefragt, welcher DJ-Name denn auf den Flyer gedruckt werden solle. DJ Susanne? Nein, auf gar keinen Fall, so viel war der am 15. Dezember 1965 geborenen Wienerin schnell klar. Als ein flüchtiger Bekannter aus ihrer Lieblingsfarbe blau und der Affinität für elektronische Musik das Konstrukt Electric Indigo bastelt, ist ein griffiges Pseudonym gefunden, das bis heute Bestand hat.
Inzwischen längst in allen Herren Länder zum Markenzeichen für funky Electro- und Technogrooves geworden, verkörpert Electric Indigo die postmoderne Medienkünstlerin par excellence. DJ, Musikproduzentin, Fernsehmacherin, Radioredakteurin, Labelinhaberin, Internetaktivistin und Plattenladenmanagerin sind einige der Professionen, denen die umtriebige und interessierte Wienerin nachgeht.

Musikalisch mit Hip Hop, Funk und  Jazz sozialisiert, schlägt ihre Stunde im Jahr 1989 in einer kleinen Bar in Wien, wo sie als Ersatz für einen DJ einspringt und schnell Gefallen am DJing findet. Kurz darauf infizieren Tracks aus Chicago und Detroit Electric Indigo mit dem Technovirus, von dem sie bis heute nicht loskommt. DJ Rush und Underground Resistance heißen nun die Helden der Stunde. Diese fristen in der kleinen Wiener Elektronikszene, wenn überhaupt, dann ein Schattendasein. So zieht es Electric Indigo 1993 nach Berlin, wo sie drei Jahre lang die Platteneinkäufe im weltbekannten Hard Wax Store koordiniert. Gleichzeitig veröffentlicht sie zusammen mit DJ Hell die Split 12" "Ultraworld Vol. 1" auf dessen Disko B Imprint.

Zurück in Wien richtet sie sich 1996 ihr eigenes Studio ein und bringt mit Indigo Inc. 2003 ihr eigenes Plattenlabel mit angeschlossener Database für Künstlerinnen an den Start. Female Pressure funktioniert im weitesten Sinne wie eine Kontaktbörse, die es weiblichen Medienschaffenden aus den unterschiedlichsten Sparten erlauben soll miteinander in Kontakt zu treten und so ein kreatives Netzwerk aufzubauen. Um die Jahrtausendwende kommen mit "USA" und "The New Electro" gleich zwei Mix-CDs von Electric Indigo auf den Markt, die eindrücklich unterstreichen warum die Wienerin auf Detroit's Electronic Music Festival (jetzt: The Moevement) genauso gebucht wird, wie in China oder Berlin.

2003 erscheinen mit "Six Tracks EP 1" und dem Nachfolger Vol. 2 auch die ersten Releases auf ihrem Indigo Inc. Label. Knapp ein Jahr davor beginnt ihre Zusammenarbeit mit der Geigerin Mia Zabelka unter dem Namen Colophony Circuit, ein Crossover-Projekt im Grenzbereich zwischen Neuer Musik und Techno. Ende 2003 veröffentlicht das weibliche Party-Power-Paket Acid Maria & Electric Indigo die stylische Doppel-Mix-CD "Welttour" auf True People, wo die beiden DJeusen einen feinen Einblick in ihre gutsortierten Plattenkoffer gewähren.
 
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